Es ist derzeit das meistdiskutierte Thema von Immobilienbesitzern und potentiellen Immobilienkäufern: welche Auswirkung hat die stark gestiegene Inflationsrate auf die Immobilienpreise?
Eine hohe Inflation treibt die Immobilienpreise nach oben. Geld verliert hingegen am Wert.

Eine hohe Inflation treibt auch die Immobilienpreise nach oben. Geld hingegen verliert an Wert.

Immobilienexperte Thomas Siedler analysiert die zukünftige Preiseentwicklung der regionalen Immobilienmärkte.

Als der Tagesschausprecher meldete, dass die Inflationsrate aktuell auf fast 4 % gestiegen ist, breitete sich Alarmstimmung bei den deutschen Sparern aus. So eine hohe Inflationsrate ist man in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr gewohnt.

Für potentielle Hauskäufer stellt sich natürlich die Frage: wird das Betongold noch teurer? Können sich Immobilienverkäufer auf stabile oder weiter deutlich steigende Preise freuen?

Die einmalige Steigerung bildet keinen Trend

Die gute Nachricht ist: diese einmalige deutliche Steigerung der Inflationsrate wird am Immobilienmarkt keine Auswirkung auf die Immobilienpreise haben.

Das liegt insbesondere daran, dass wir in den beiden Corona–Wirtschaftsjahren von einer sehr niedrigen Inflationsrate profitiert haben. Seit 2019 ist die Teuerung von moderaten 2 % bis fast auf 0 % gesunken. Volkswirte nennen das Basiseffekt.

Und das haben wir alle ohne große mathematische Kenntnisse in der Pandemie gelernt. Bei prozentualen Steigerungen kommt es auf die Basis an!

Hohe Energiepreise treiben die Inflation

Hinzu kommt, dass die Preise nicht auf breiter Front gestiegen sind. Die Inflationsrate wird mit dem Index für  Verbraucherpreise gemessen. Das Statistische Bundesamt nutzt dafür einen Warenkorb, denn das gesamte Verbraucherverhalten soll nachempfunden werden. Von Brot über Miete bis zu langlebigen Investitionen sind dort viele Preise statistisch ausgewertet.

Preistreiber waren aktuell  aber nicht die gesamten Verbraucherpreise, sondern insbesondere  die deutlich gestiegenen Preise für Erdöl und Erdgas. Und die unterliegen nun einmal deutlichen Schwankungen am Weltmarkt.

Weitaus kritischer ist der zweite Grund für die Teuerung. Der Ausfall und die Störung von Lieferketten,  teilweise mangelnde Rohstoffe und die einsetzende CO2-Bepreisung haben ebenfalls Einfluss auf die Inflationsrate gehabt.

Was bedeutet das für Immobilienbesitzer?

Bleibt die Inflationsrate auf einem Niveau über 2 %, wird das Sparen, also das reine Anhäufen von Geld, noch viel unattraktiver. Denn damit öffnet sich die Schere zwischen den sehr niedrigen Zinsen für Guthaben und der Geldentwertung weiter zu Lasten der Sparer.

Hält eine Preissteigerung über 2 % länger an, dürfte ein Effekt auf die Immobilienpreise eintreten. Dieser Effekt wird aber nicht zu weiteren deutlichen Preissteigerungen führen, sondern den Markt lediglich stabilisieren.

Auch hier kommt ein Basiseffekt zum Tragen. Nur besteht dieser aus einer lang anhaltenden Steigerung der Immobilienpreise in fast allen Immobilienmärkten in Nordrhein-Westfalen.

Zum Immobilienverkäufer gehört immer ein Immobilienkäufer.

Grundsätzlich sind Sparer aber offenbar immun gegen die Inflation und lassen sich in Ihren Entscheidungen kaum beeindrucken.

Denn die vergangenen 40 Jahre haben gezeigt: offenbar spielt die Inflationsrate nur bei den wenigsten Sparern eine große Rolle. Es ist regelmäßig so, dass die Sparzinsen unter Inflationsrate liegen – dennoch werden Jahr um Jahr Milliarden und Milliarden Euro an Spargeldern auf den Konten angehäuft.

Das Argument der Inflation für einen vermehrten Immobilienkauf hat also nur einen geringen Einfluss.

Was bedeutet die Inflationsrate für Immobilienkäufer?

Trotz im Vergleich hoher Immobilienpreise weist die Inflationsrate noch einmal deutlich darauf hin: es lohnt nicht, seine Investitionsentscheidung auf die sprichwörtliche „lange Bank“ zu schieben. In Düsseldorf, den Nachbarstädten und in  Nordrhein-Westfalen werden die Immobilienpreise in den nächsten 2–3 Jahren nicht so stark sinken, dass sich ein Abwarten lohnen würde. Es ist so ein wenig so, wie in der bekannten Spülmittelwerbung. Während  Villa Riva schon tilgt, sucht Villa Bacho noch nach der Traumimmobilie.

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