Die Erbschaftsteuer Freibeträge nicht nur für Immobilienerben

Wie hoch sind bei der Erbschaftsteuer die Freibeträge? Was gilt für den Erbschaftsteuersatz? Die Frage nach der Höhe der Erbschaftssteuer ist die meistgestellte Frage zum Thema Immobilie erben. Die Frage ist schnell beantwortet – aber leider nicht die ganze Wahrheit beim Immobilieerben.

Die Erbengemeinschaft einer Immobilie bespricht das weitere Vorgehen

Der Erbschaftsteuer Freibetrag für Ehegatten und Lebenspartner beträgt 500.000,– €. Für Kinder des Erblassers ist ein Erbschaftsteuer Freibetrag von 400.000,– € vorgesehen. Für Enkel beträgt der Erbschaftsteuer Freibetrag 200.000,– €. Gegebenenfalls kommen noch Versorgungsfreibeträge hinzu.

Um die Erbschaftsteuer zu berechnen, ist neben den Freibeträgen wichtig, wer in der gesetzlichen Erbfolge erbberechtigt ist, wenn kein Testament vorliegt. Wer ein Haus erbt, muss dieses in das Nettovermögen mit dem Verkehrswert einrechnen. Dann bestimmt der Steuersatz bei der Erbschaftsteuer, was tatsächlich zu zahlen ist.

Wie Sie die Erbschaftsteuer berechnen, welche Freibeträge für Sie gelten und was letztendlich zu zahlen ist, haben wir für Erben und Erbengemeinschaften als Erbschaftsteuertabelle kurz und verständlich zusammengefasst.

Erbschaftsteuer berechnen

Hier können Sie die Erbschaftsteuer berechnen und einfach und leicht verstehen! Für die Berechnung der Erbschaftsteuer benötigen Sie in Grundzügen vier Infografiken.

Infografik 1: Die gesetzliche Erbfolge

Ist kein Testament vorhanden, so gilt die gesetzliche Erbfolge. Die gesetzliche Erbfolge ist bei der Berechnung der Erbschaftsteuer auch ein Maßstab für die Berechnung der Freibeträge und der Steuerklasse und hat auch Auswirkung auf die Versorgungsfreibeträge bei der Erbschaftsteuer.

Infografik 2: Erbschaftsteuer Freibeträge nach Verwandschaftsgrad

Eine der ersten Fragen gilt den Freibeträgen bei der Erbschaftsteuer. Relevant ist das Nettovermögen, also das Vermögen des Erblassers abzüglich der „negativen Vermögenswerte“. Wer eine Immobilie erbt, kann also die Kredite vom Wert der Immobilie abziehen. Wenn Sie Mitglied einer Erbengemeinschaft sind, müssen Sie nur Ihren Anteil am Erbe ansetzen. Sie erhalten dennoch den vollen Freibetrag bei der Erbschaftsteuer.

Tabelle der Freibeträge nach Verwandschaftsgrad in den Erbschaftsteuerklassen bei Erbschaft

Infografik 3: Versorgungsfreibeträge bei der Erbschaftsteuer

Ehegatten und gleichgestellte Lebenspartner erhalten bei der Berechnung der Erbschaftsteuer einen Versorgungsfreibetrag von bis zu 256.000,– €. Eine Kürzung erfolgt, wenn eine Rente oder Pension gezahlt wird, um den zu ermittelnden Kapitalwert dieser Versorgungsbezüge.

Kinder – als auch Stiefkinder oder Adoptivkinder – erhalten ebenfalls einen Versorgungsfreibetrag, der bei der Berechnung der Erbschaftsteuer steuerfrei ist. Dieser Freibetrag gilt zudem für Enkel, deren Eltern bereits verstorben sind. Der Betrag ist ebenfalls zu kürzen, wenn die Erben Versorgungsbezüge erhalten. Dieser besonderere Versorgungsfreibetrag wird in folgender Höhe gewährt.

Tabelle Kindesalter und Versorgungsfreibeträge bei Erbschaft

Infografik 4: Die Steuersätze bei der Erbschaftsteuer

Bei der Erbschaftsteuer richten sich die Steuersätze nach der Höhe des Vermögens und der jeweiligen Steuerklasse. Maßgeblich für das Vermögen ist das Nettovermögen. Deshalb werden Schulden etc. vom Vermögen abgezogen. Sind Sie Miterbe, so gilt bei der Erbschaftsteuer nur der auf Sie entfallende Bruchteil des Vermögens.

Tabelle mit zu versteuernden Beträgen und Steuerklassen bei Erbschaft

Was gilt für die Erbschaftsteuer bei Immobilien?

Wenn Sie eine Immobilie erben, ist der Wert der Immobilie nicht so einfach festzustellen. Bei der Bemessung der Erbschaftsteuer hat das Finanzamt ganz eigene Vorstellungen vom Verkehrswert des Hauses. Die Bewertung der Immobilie wird nur pauschal und sehr holzschnittartig durchgeführt. Deshalb sollten Sie sich über den Marktwert der geerbten Immobilie Gewissheit verschaffen.


Wenn Sie genau wissen möchten, wie das Finanzamt bei der Berechnung des Immobilienwertes für die Erbschaftsteuer vorgeht und wie Sie bei einer Immobilien Erbschaft handeln können, lesen Sie hier weiter.

Eine Erbengemeinschaft bei geerbter Immobilie auflösen

Das Thema Erbengemeinschaft rangiert an zweiter Stelle des Interesses von Menschen, die ein Haus geeerbt haben. Wenn eine Immobilie zum Erbe gehört, dann lässt sich diese nicht leicht und einfach aufteilen. Grundsätzlich hat die Erbengemeinschaft die folgenden Möglichkeiten.

Infografik zu den Möglichkeiten für die eigene Immobilie bei einer Erbschaft

Auszahlung der Miterben nach dem Verkauf der geerbten Immobilie

Um für die Gemeinschaft eine kluge Entscheidung zu treffen, muss auch hier erst einmal der Wert der Immobilie feststehen.

Die wenigsten Konflikte gibt es, wenn man sich über den Verkauf oder die Vermietung der Immobilie einig ist. Gegebenenfalls kann die geerbte Immobilie auch unter den Miterben aufgeteilt werden. Zur Aufteilung von Immobilien finden Sie hier weitere Informationen.

Sind sich die Erben der Immobilie nicht einig, gibt es die Möglichkeit, einen Nachlassverwalter einzuschalten oder eine Teilungsversteigerung anzustreben. Beide Lösungen sind mit erheblichen Kosten verbunden, wenn einer der Erben Lösungen blockiert. Weitergehende Informationen zu diesen beiden Themen finden Sie in unserem Ratgeber zur gelungenen Immobilienerbschaft.

Haus geerbt – Geschwister auszahlen

Die meisten Erbengemeinschaften bestehen aus Geschwistern, die das Elternhaus gehabt haben. Möchte einer der Geschwister die Immobilie übernehmen, so muss er Bruder oder Schwester auszahlen. Manchmal hat ein Testament die Vorgehensweise bei dem geerbten Haus bzw. der Immobilie geregelt. Meistens ist dies aber nicht so.

Drei Brüder sprechen über die Möglichkeiten der geerbten Immobilie

Das Erbrecht berücksichtigt allerdings nicht, dass möglicherweise eine der Parteien sich um die Eltern gekümmert hat, während der oder die Geschwister dies nicht getan haben. Das Erbrecht sieht also keine Gerechtigkeit vor, sondern nur einen Betrag. Deshalb ist der erste Schritt einer möglichst konfliktfreien Lösung eine neutrale Bewertung der Immobilie, die von allen Erben akzeptiert wird. Den Umfang der Immobilienbewertung können die Erben selbst bestimmen. Es muss keinesfalls ein Verkehrswertgutachten sein. Eine kompetente Immobilienbewertung durch einen Sachverständigen reicht dann aus, wenn sich die Erben der Immobilie darauf einigen.

Steht der Wert der geerbten Immobilie fest, geht es um die Finanzierung der Auszahlung. Der Vorteil ist, dass man nur den jeweiligen Anteil finanzieren muss, der an Geschwister ausgezahlt wird. Bei zwei Geschwistern sind dies also nur 50 % des Immobilienwertes.

Allerdings sollte der übernehmende Erbe prüfen, ob Grunderwerbsteuer fällig wird. Dies ist meistens der Fall, da es sich bei Geschwistern nicht um Angehörige in gerader Linie handelt. Aber auch hier gilt: wesentlich ist der Einzelfall und es gibt Ausnahmen. Weil es stets es um sehr viel Geld geht, sollten Sie bei Erbschaftsfragen immer einen kompetenten Immobilien Makler, den Steuerberater oder einen Notar mit im Boot haben.

Wenn Sie genau planen möchten, wie teuer die Finanzierung heute wird, informieren Sie sich einfach über unseren Kreditrechner. Der verrät Ihnen die besten Konditionen unter rund 200 Banken Und auch, wie Sie ihre monatliche Rate am bequemsten gestalten.