3.1 Immobilie an Partner, Kinder und Enkel vererben

Das Erbrecht in Deutschland ist ein Abstammungsrecht. Deshalb werden zunächst die eigenen Kinder, Adoptivkinder und deren Kinder bei der gesetzlichen Erbfolge berücksichtigt. Sie profitieren zu dem von hohen Freibeträgen und geringeren Steuersätzen. Den Kindern gleichgestellt sind die Ehepartner und Lebenspartner des Erblassers. Wer seinen Nachlass klug planen möchte, sollte sich gut über die Steuerbelastung der späteren Erben informieren. Immobilien spielen dabei die Rolle, dass sie zwar ein hohes Vermögen darstellen – aber nicht zur Begleichung der Erbschaftssteuer beitragen können.

Die Immobilie und andere Werte. an die eigenen Kinder vererben

Die eigenen Kinder können durch die gesetzliche Abfolge, ein Testament oder einen Erbvertrag mit dem Erbe bedacht werden. Wer als Kind eine Immobilie erbt kann entscheiden, dass diese zukünftig als eigener Wohnsitz genutzt wird. Wohnt der Erbe zehn Jahre in dieser Immobilie, so ist die geerbte Immobilie für ihn steuerfrei. Das gilt bis zu einer Wohnfläche von 200 m². Ist die Wohnfläche der geerbten Immobilie größer, so unterliegt dieser überschießende Anteil der Erbschaftssteuer.

  • Bei der Erbschaftssteuer gelten für Kinder hohe Freibeträge. 400.000 € Freibetrag können zusätzlich zu der oben beschriebenen Steuerbefreiung ausgenutzt werden. Hinzu kommt bis zum 27. Lebensjahr ein nach Alter gestaffelter Versorgungsfreibetrag. Dieser greift zumindest dann, wenn aus Anlass der Erbschaft keine Versorgungsbezüge bezahlt werden. Werden diese gewährt, so mindert sich der Freibetrag um deren Kapitalwert. Der Versorgungsfreibetrag bei der Erbschaftsteuer beträgt:
  • bei einem Alter bis zu 5 Jahren in Höhe von 52.000 €;
  • bei einem Alter von mehr als 5 bis zu 10 Jahren in Höhe von 41.000 €;
  • bei einem Alter von mehr als 10 bis zu 15 Jahren in Höhe von 30.700 €;
  • bei einem Alter von mehr als 15 bis zu 20 Jahren in Höhe von 20.500 €;
  • bei einem Alter von mehr als 20 Jahren bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres in Höhe von 10.300 €.

Kinder, Enkel und Ehegatten fallen jeweils in die günstigste Steuerklasse I. Diese ist nach dem Wert des Steuerpflichtigen Vermögens gestaffelt. Verbleibt nach Abzug der Freibeträge

  • ein steuerpflichtiges Vermögen von 600.000 €, so gilt ein Steuersatz von 15 %.
  • Bei einem Vermögen von 300.000 € wird dieses mit 11 % versteuert.
  • Der höchstmögliche Steuersatz von 30 % wird bei einem Vermögen über 26 Millionen € erreicht.

Die Immobilie und andere Werte an die Enkel vererben

Die Enkel werden bei der Erbschaftssteuer mit einem Freibetrag von 200.000 € bedacht. Ein Versorgungsfreibetrag steht ihnen nur dann zu, wenn die Eltern bereits verstorben sind.

Die Immobilie und andere Werte an den Ehepartner und Lebenspartner vererben

Bis zu einem Betrag von 500.000 € ist der Ehepartner von der Erbschaftssteuer frei. Wie bei Kindern gilt die Steuerfreiheit für das eigene Familienheim. Auch hier ist die Voraussetzung, dass der Ehegatte noch weitere zehn Jahre in der Immobilie wohnen bleibt. Wird die Immobilie beispielsweise nach sieben Jahren verkauft, so entfällt der Freibetrag für die selbstgenutzte Immobilie in Höhe von 30 %. Hierdurch kann sich gegebenenfalls die Belastung der Erbschaft mit Erbschaftssteuer noch einmal nachträglich ändern.

Über die Steuerfreiheit bei Eigennutzung hinaus, steht dem Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner ein Versorgungsfreibetrag von 256.000 € zu. Dieser wird allerdings gemindert, sobald nicht der Erbschaftssteuer unterliegende Versorgungsbezüge aus Anlass des Todes bezahlt werden. In diesem Fall wird der Freibetrag um den Kapitalwert der Bezüge gemindert.

Die Immobilien Erbschaft mit den Erben gemeinsam planen

Eine gelungene Planung des Nachlasses sollte die Pläne von Ehegatten, Kindern oder Enkeln berücksichtigen. Dies gilt insbesondere dann, wenn einer oder mehrere Immobilien vererbt werden sollen. Wichtig für die Planung ist, den Wert der Immobilie genau zu Wissen. Das hilft gegen Überraschungen, wenn das Finanzamt mit seiner holzschnittartigen Bewertung zu anderen Ergebnissen kommt. In diesem Rahmen sollte der Erblasser auch entscheiden, ob die Liquidität ausreicht, um die Immobilien im Familienbesitz zu erhalten. Steht eine abschafft Steuerzahlung später ein nicht liquides Vermögen gegenüber, so kann der Erbe schnell in einer Liquiditätsfalle geraten.

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